Hochgeschwindigkeits-Datenverbindungen für Raumfahrt, Luftfahrt und Verteidigung
Glasfaser als Schlüsseltechnologie in der laserbasierten Satellitenkommunikation der Zukunft
Am Boden, in der Luft oder sogar im Orbit - in Verteidigung, Luft- und Raumfahrt entwickeln sich die Kommunikationsplattformen immer mehr zu mobilen Rechenzentren. Sensordaten in Kommando- und Kontrollsystemen erzeugen mittlerweile mehr Informationen, als herkömmliche Funkverbindungen effizient verarbeiten können. Alternative Lösungen müssen aber auch den typischen Anforderungen der militärischen Feldkommunikation gerecht werden: Sie müssen kompakt sein, hohen Sicherheitsansprüchen genügen und dürfen nur eine geringe Latenz aufweisen.
Eine attraktive Lösung ist die optische Freiraumkommunikation (Free Space Optical Communication), die statt der Funkwellen Infrarotlicht (meist bei 1550 nm) nutzt. Solche optischen Netzwerke bieten deutlich höhere Datenraten und reduziert häufig bessere SWaP-Werte (Size, Weight, and Power). Gleichzeitig stehen Ingenieure bei Ausrichtung, Umwelteinflüssen und Systemintegration vor neuen Herausforderungen.
Optische Datenübertragung ohne Kabel
Bei einer FSOC-Verbindung werden Daten in einen Laserstrahl kodiert und wie bei einer Richtfunkverbindung über die Atmosphäre oder im Vakuum entlang einer freien Sichtlinie übertragen. Am anderen Ende werden sie von einem optischen Empfänger wieder entschlüsselt. Alles läuft sehr ähnlich ab wir bei der Glasfaserkommunikation – mit einem wesentlichen Unterschied: Das Licht wird nicht in einer Faser geführt wird. Das macht den Übertragungskanal selbst zu einem Teil der technischen Herausforderung. Wellenlänge, Modulation, Strahldivergenz und optische Aperturen haben maßgeblichen Einfluss auf die Systemleistung. Die kritischste Stelle ist dabei der Übergang zwischen fasergeführtem Licht und dem Freiraumstrahl. Während das Vakuum des Weltraums atmosphärische Einflüsse ausschließt, erfordern bewegliche Plattformen eine hochpräzise Ausrichtung, Erfassung und Nachführung. In der Atmosphäre sorgen Wolken, Turbulenzen und Dämpfung zusätzlich für Komplexität.
Warum nicht einfach funken?
FSOC ist aus verschiedenen Gründen eine attraktive Ergänzung zur klassischen Hochfrequenz-Kommunikation (HF). Optische Wellenlängen unterstützen extrem hohe Datenraten und lassen sich auf sehr schmale Strahlpfade fokussieren. Daher gelten sie als besonders abhörsicher. Darüber hinaus müssen für die Nutzung von Lichtsignalen keine Funkfrequenzen reserviert oder zugewiesen werden wie bei HF-Systemen. Bei Satelliten, Flugzeugen und mobilen Plattformen bieten optische Endgeräte häufig günstigere SWaP-Eigenschaften als vergleichbare HF-Nutzlasten. Viele sehen in der Laserkommunikation daher eine sichere, robuste und spektrumunabhängige Technologie für Netzwerke der nächsten Generation.
Ganz ohne Funkverbindungen geht es trotzdem nicht, denn die funktioniert auch, wenn die Sichtverbindung unterbrochen wird, Wetterbedingungen die optische Übertragung beeinträchtigen oder eine großflächige Abdeckung erforderlich ist. FSOC ist also kein Ersatz für HF. Vielmehr ergänzt sie bestehende Kommunikationsinfrastrukturen um eine optische Schicht mit hoher Kapazität.


Glasfasertechnik bei optischen Freiraum-Satellitenverbindungen
Warum spielt sie eine wichtige Rolle?


Eine der wichtigsten Anwendungen von FSOC sind die optischen Verbindungen zwischen Satelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit – LEO). Moderne Satellitenkonstellationen fungieren als vernetzte Knotenpunkte, die Sensordaten, Befehle und Backbone-Verkehr austauschen. Dabei werden große Datenmengen über weite Entfernungen übertragen, was extrem schmale und präzise ausgerichtete Laserstrahlen erfordert.
Selbst ein gut kollimierter Strahl breitet sich über große Distanzen aus, sodass nur ein Bruchteil des ausgesendeten Lichts das Empfangsterminal erreicht. Auch Ausrichtungsfehler, Kopplungsverluste und steigende Anforderungen an die Datenrate wirken sich negativ auf die Übertragungsqualität aus. Die verfügbare Verbindungsreserve ist nur sehr niedrig. Daher arbeiten FSOC-Terminals häufig mit hohen optischen Leistungen von 40 W und mehr. Gleichzeitig müssen äußerst enge Ausrichtungstoleranzen eingehalten werden. Ein zuverlässiger Betrieb erfordert also eine hervorragende Strahlqualität, präzise Ausrichtung, thermische Stabilität und ein optimiertes Aperturdesign – und das alles unter strengen Vorgaben hinsichtlich Größe, Gewicht und Umgebungsbedingungen.
LASER COMPONENTS entwickelt seit Jahrzehnten Faserbaugruppen für Industrielaser mit Ausgangsleistungen von mehr als 100 W und garantiert bei der Übertragung hoher optischer Leistungen eine stabile und reproduzierbare Performance – eine wichtige Voraussetzung für faseroptische Lösungen in der Luft- und Raumfahrt. Das erreicht der Hersteller durch Features wie polierte Endflächen, AR-Beschichtungen, Faserkappen und anwendungsspezifische Geometrien. Sie reduzieren Einfügedämpfung und Rückreflexionen und unterstützen gleichzeitig eine präzise Ausrichtung sowie eine effiziente Leistungsübertragung.
Glasfaserbaugruppen sind längst nicht mehr nur passive Komponenten. Indem sie optische Signale mit minimalen Verlusten führen, koppeln, aufbereiten und ausrichten, haben sie direkten Einfluss auf die Gesamtleistung einer Verbindung. Nach dem Empfang müssen die schwachen optischen Signale mit derselben Präzision in die Empfangskette eingekoppelt werden – zum Beispiel über leistungsstarke fasergekoppelte Detektoren.
Zugleich müssen diese Schnittstellen in der Luft- und Raumfahrt Vibrationen, Temperaturschwankungen, Vakuumbedingungen und weiteren Belastungen standhalten. Eine kompakte Bauweise der robusten Schnittstellen erleichtert die Integration in komplexe Systeme. Um diese Herausforderungen kümmert sich ein engagiertes Forschungs- und Entwicklungsteam, das auf das umfangreiche Know-how verschiedener Fertigungsabteilungen zurückgreifen kann. So profitiert LASER COMPONENTS von starken Synergien zwischen den verschiedenen optischen und optoelektronischen Produktlinien. Bei der Beschichtung von Hochleistungs-Faser wird beispielsweise dieselben Technologien zum Einsatz wie bei Laseroptiken mit außergewöhnlich hohen Schadensschwellen.
Mit dieser Kombination aus spezialisiertem Know-how und effizienten Fertigungsprozessen entwickelt LASER COMPONENTS hochwertige und kosteneffiziente Glasfaserlösungen, die alle Kundenanforderungen erfüllen und häufig sogar übertreffen.
Eine Technologie, unzählige Kommunikationsszenarien
Satelliten-Crosslinks sind zwar die bekannteste Anwendung der Optischen Freiraumkommunikation. Die Technologie ist aber längst nicht auf orbitale Netzwerke beschränkt. Sie findet sich überall dort, wo die Verlegung von Glasfaserkabeln nicht praktikabel ist: zu Beispiel bei der Kommunikation zwischen Satelliten und Bodenstationen, bei der Verbindungen zwischen Flugkörpern, in maritimen Netzwerken oder bei Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit hoher Kapazität.
Dabei stellt jede Anwendung individuelle Herausforderungen. Atmosphärische Turbulenzen, Wetterbedingungen, Plattformbewegungen und wechselnde Sichtliniengeometrien können die Leistung beeinträchtigen. Dennoch bleiben die Anforderungen innerhalb des optischen Endgeräts weitgehend identisch. Licht muss mit maximaler Effizienz und Wiederholgenauigkeit erzeugt, geführt, gekoppelt, ausgerichtet, gesendet und empfangen werden. Unabhängig davon, ob sich der Strahl durch den Weltraum, die Atmosphäre oder entlang einer taktischen Sichtverbindung bewegt, hängt die Gesamtleistung des Systems letztlich von der Präzision und Zuverlässigkeit der optischen Schnittstellen innerhalb des Endgeräts ab.
Was bringt die Zukunft der FSOC?
Insbesondere in Satellitenkonstellationen und bei anderen großflächigen Netzwerken entwickelt sich FSOC von einer vielversprechenden Technologie zu einer skalierbaren Kommunikationsinfrastruktur. Mit zunehmender Verbreitung gewinnen eine zuverlässige Strahlsteuerung, robuste Endgerätedesigns und verlustarme optische Schnittstellen weiter an Bedeutung.
Da atmosphärische Einflüsse die Verfügbarkeit terrestrischer und luftgestützter Verbindungen auch künftig einschränken werden, wird FSOC HF-Systeme eher ergänzen als ersetzen. Zukünftige Kommunikationsnetzwerke werden beide Technologien kombinieren. Die Gesamtleistung dieser hybriden Systeme wird dabei maßgeblich von der Effizienz und Präzision der optischen Endgeräte abhängen.
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